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Puratos will Standort GreenHouse in St.Vith weiter ausbauen

Bis Ende des Jahres Entwicklungslabor und Prototypbäckerei - Interne Universität boomt

Ein Dossier von Norbert Meyers (nemo.presse) mit Fotos von Erwin Kirsch
 


Partner für Innovation

„Wahrscheinlich war die Zeit in St.Vith noch nicht reif für ein Projekt, ein Konzept dieser Art“, heißt: Business & Leisure, Geschäft und Muße. Weshalb der Diplom-Steuerberater als Sprecher der Investorengruppe „Reefap Real Estate“ die Initiative aber „keineswegs als gescheitert“ erachtet. „Selbst wenn wir uns sicher auch nicht von Fehlern freisprechen können und wollen.“ Es sei ein wenig so wie mit einem Kind, das sich über die ersten Jahre hinaus ungewohnt schwer getan habe, das Laufen zu lernen. Bis ihm halt jemand anders auf die Sprünge half.
 
Und das war in diesem konkreten Fall Puratos, „Ihr Partner für Innovation“, wie sich das Unternehmen selbst in seiner Firmenphilosophie präsentiert. Die Firmeninhaber um Eddy Van Belle, seines Zeichens Group Chief Executive Officer und Chairman of the Board, sind überzeugt,  dass für Menschen die Qualität ihrer Lebensmittel in Zukunft immer wichtiger wird. Vor diesem Hintergrund ist es „unsere Leidenschaft, Bäcker, Konditoren und Chocolatiers weltweit darin zu unterstützen, noch erfolgreicher in ihrem Geschäft zu sein“.
 
Weshalb Puratos um eine höchstmöglich transparente und kommunikative Partnerschaft bemüht ist - nach innen wie nach außen. Und da kam ein Seminarzentrum wie das GreenHouse gerade zupass. Mit dem Einstieg von Puratos fand die einladende Anlage zum 1. März 2007 in Form eines Dienstleistungsvertrages genau jene Zweckbestimmung, die dem Komplex eingangs von seinen Initiatoren angedacht war - als hochwertiges Seminarzentrum in grünem Umfeld mit angegliederter sportlicher Freizeittätigkeit.


„Dankbar, dass wir hier sind“

Nun zogen die beiden Partner erste Bilanz ihrer Erfahrungen - wobei Eddy Van Belle die aktuelle Situation treffend auf den Punkt brachte. „Die Verlobung geht einen guten Weg, so dass eine spätere Heirat nicht ausgeschlossen scheint…“ Ja, eher wahrscheinlich ist mit Blick auf die Investitionen, die Puratos in den nächsten Monaten in der unteren Prümer Straße in St.Vith plant. „Und diese Investitionen tätigen wir vor allem, weil wir im GreenHouse und besonders in Joseph Faymonville vor Ort einen Partner gefunden haben, der in die gleiche Richtung denkt wie wir.“ Weshalb der Unternehmenschef die Frage nach der möglichen Verlängerung des Vertrages auch über März 2o1o hinaus „vorsichtig positiv“ beschied. „Wir fühlen uns hier wohl. Und was noch wichtiger ist: Auch unsere Kunden fühlen sich hier wohl.“ Da darf es kaum überraschen, dass Eddy Van Belle den Pressetermin mit den Worten beschloss: „Wir sind dankbar, dass wir hier sind. Und das soll auch so bleiben.“
 
Beim Termin im GreenHouse stellte Eddy Van Belle erstmals die weiteren Pläne des „Puratos Center for Bread Flavour“ (so die offizielle Bezeichnung der internen Universität) vor. Entstehen wird in den Räumen unter der Terrasse, also vom Parking aus auf Parterre, ein dreigeteiltes Projekt, so ein Entwicklungslabor für die Geschmacksverbesserung von Brot, ein Weiterbildungszentrum für so genannte Schlüsselkunden und der Prototyp einer Pilotbäckerei. Anlagen, die über die interne Nutzung hinaus, punktuell durchaus auch der Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollen, so etwa bei einem Tag der offenen Tür oder anderen Aktivitäten rund um das Thema Brot.
 
„Hier sollen die Leute vor Ort sehen, wie wir tagtäglich daran arbeiten, den beständig gestiegenen Ansprüchen der Verbraucher weiter gerecht zu werden“, so der Vorsitzende der weltweit tätigen Gruppe Puratos mit Sitz in Groot Bijgaarden, die seit über fünfzig Jahren in der Fertigung von Backzutaten entscheidende Akzente setzt.
 

„Haben noch einiges vor“

Kurzum: „Wir haben in St.Vith noch einiges vor. Und sind froh, dass wir im GreenHouse, in unmittelbarer Nähe zu unserer Produktionsstätte Beldem, eine optimale Infrastruktur vorgefunden haben.“ Worte, mit denen Eddy Van Belle eine Lanze für den Standort St.Vith bricht, der aktuell beiderseits der Prümer Straße immerhin 32 Personen beschäftigt. Und es werden bestimmt nicht weniger, gerade auch mit Blick auf die aktuellen Buchungszahlen für betriebsinterne Seminare. „Hier zählt das gesamte Erlebnis, das unsere Kunden anderswo in dieser Form nicht haben“, untermauert der Group Chief Executive Officer und Chairman of the Board die Vorzüge des Zentrums mitsamt Golfanlage (die aber weiter im Privatbesitz der Sonnenhof AG verbleibt, für Firmenaktivitäten aber jederzeit zur Verfügung steht).
 
Es ein „ein Mehrwert, über den die Mitarbeiter und Kunden sprechen, wenn sie nach drei, vier Tagen wieder nach Hause fliegen“, weiß Eddy Van Belle um die Langzeitwerbung, die seinen Unternehmen wie der Stadt und dem Land St.Vith zugute kommen. Auch über die nackten Zahlen hinaus, selbst wenn sich die mit Blick auf die vorherige Rendite aus dem Seminartourismus in St.Vith geradezu sensationell lesen.
 
Auffallend ist mit Blick auf die ersten konkreten Zahlen vor allem der gewaltige Sprung bei den Übernachtungen, die Puratos innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren St.Vith und Umgebung „beschert“ hat - von 60 im Jahre 2005 (als das Unternehmen allerdings noch nicht über ein in Eigenregie betriebenes Seminarzentrum am Standort St.Vith verfügte) auf stattliche 350 im verflossenen Jahr 2007, heißt: nach zehnmonatiger autonomer Seminartätigkeit im GreenHouse. Und für das laufende Jahr verspricht Puratos gar eine Verdoppelung der Zahl auf dann 700 Übernachtungen.
 

Internationale Drehscheibe

Ähnlich hochgesteckt sind die Ziele beim Entwicklungspotenzial der regulären Nutzer des GreenHouse - von knapp 1000 im Vorjahr zuerst eine Verdoppelung im laufenden Jahr, ferner über den Zeitraum der nachfolgenden beiden Jahre gar eine anvisierte Steigerung auf bis zu 4000 Personen aus dem Mitarbeiter- und Kundenkreis.
 
Ein Volumen, das einerseits eine Tages-, andererseits eine Mehrtagesklientel beinhaltet, abhängig von Art und Inhalt der Seminare, die Puratos in St.Vith anbietet (von internen Schulungsprozessen bis zur zeitaufwendigen international ausgerichteten Kundeninformation und -betreuung). Und die Gäste reisen oft von recht weit an, teils aus Osteuropa oder sogar aus Übersee. Sie alle entdecken durchweg zum ersten Mal die Stadt St.Vith mit ihrem Umfeld auf der Landkarte, garantieren jedoch einen ungeahnten internationalen Mehrwert für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Eifel. Und das durchweg „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“.

Damit nicht genug: Um die von Puratos anvisierten 700 Übernachtungen in Hotels der Eifel wie der angrenzenden Malmedyer Wallonie zu erreichen, bedarf es nicht eines einzigen Euros für touristische Werbemaßnahmen. Dieses Besucheraufkommen ist im Grunde eine willkommene „Zugabe“ für den Horeca-Sektor - zumal diese Kunden nicht (nur) zu saisonalen Stoßzeiten ein Bett benötigen, sondern diese Klientel sich über ein rundes Jahr erstreckt. Nicht zuletzt unter der Woche, da die Hotelkapazität in unserer Gegend seit jeher „unterfordert“ ist. Vor diesem Hintergrund könnte St.Vith und Umgebung durchaus ein, zwei Business-Hotels mehr „vertragen“, gerade wenn ein Großkunde wie Puratos mittelfristig eine Auslastung von vierzig bis fünfzig Prozent abseits der touristischen Rushhour garantiert.


Verlängerung nahezu sicher

Erster Nutznießer der veränderten Nutzung des GreenHouse ist jedenfalls der Horeca-Sektor mit all seinen Nebenzweigen, heißt: vorrangig alimentäre und personelle Dienstleistungen. Und damit letztlich die Stadt St.Vith als unersetzliche Drehscheibe des Arbeitsmarktes in der Eifel.

Womit die von Joseph Faymonville und seinen Ko-Investoren ab Frühjahr 2003 angedachte Vision durchaus greifbar wird. Dank vor allem der Internationalität des neuen Partners, dessen Strategie und Konzept nicht Ostbelgiens geopolitischer Überschaubarkeit unterliegt, sondern der infolge seiner weltweiten unternehmerischen Tätigkeit buchstäblich neue Horizonte aufzeigt. Selbst oder gerade für einen Standort in einer solch kleinen und für die meisten Kunden fernen Region wie der Eifel. „Unsere Vision ist auf jeden Fall aufgegangen, wenngleich erst auf Umwegen“, so Joseph Faymonville ebenso selbstkritisch wie im nachhinein zufrieden.
 
Fazit: Der Niederschlag für die Gegend ist vielfach greifbar, „wofür wir uns alle ins Zeug gelegt haben“, so der St.Vither Unternehmer. Klar hätten er und seine Partner durch die Übereinkunft mit Puratos zuerst einmal eigene unternehmerische und finanzielle Interessen verfolgt, „doch konnte und kann diese Rechnung nur aufgehen, wenn das Konzept und die Strategie von Puratos den erhofften Erfolg bringen.“ Nicht allein für das GreenHouse, sondern zugleich für den Wirtschafts- und Tourismusstandort St.Vith und darüber hinaus längst die gesamte Gegend.

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