Spurensuche mit drei Künstlern - noch bis 1. Juni 2009
Von Norbert Meyers
Es ist ein auf den ersten Blick einfacher und letztlich doch so vielsagenden Titel, mit dem die Werkschau in Burg-Reuland überschrieben ist: „Spuren aus Ouren“, so die Expo, die der Tourismusdachverband in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Pfarre Burg-Reuland sowie dem Verkehrsverein Reuland-Ouren noch bis Pfingstmontag im renovierten Kulturhaus zeigt.
Gemäß dem Zitat von Seneca „Vita brevis, ars longa“ („Das Leben ist kurz, die Kunst jedoch langlebig“) werden hier Kunst und Kunsthandwerk von Menschen zusammengeführt, die eine enge Bindung zur Ortschaft Ouren hatten oder haben, so Roger Greisch, Bruder Joseph Belling OSB und Metallbildhauer Walter Valentin. Während Ersterer bis zu seinem Tod vor genau zehn Jahren über fünf Jahrzehnte als Lehrer und Künstler in Ouren wirkte, hat es die zwei anderen - übrigens beide Schüler von Roger Greisch - Anfang der sechziger Jahre
nach Maria Laach „verschlagen“.
Während Karl Belling sich unter dem
Namen Bruder Joseph bei den Benediktinern dem Mönchtum und der Kunst
verschrieb, fand Walter Valentin an selber Stelle eine berufliche
Betätigung in den Schmiedewerkstätten der Abtei.
Bereits die Vernissage ließ aufhorchen, auch weit über das Ourtal
hinaus, wohin Interessenten teils von sehr weit her angereist waren.
Ungewöhnlich war sicherlich der Einstieg mit einer Vesper in der
Pfarrkirche, gestaltet von den Benediktinermönchen aus Maria Laach, die
den ganzen Tag in Ouren und Umgebung, also in der Heimat ihres
Mitbruders Joseph Belling, verbracht hatten.
In Erinnerung blieb vielen vor allem eine Überlegung, die sich der
Bürgermeister bei Roger Greisch „ausgeliehen“ hatte und die das bei
„Spuren aus Ouren“ zum Tragen gekommene Lehrer-Schüler-Verhältnis
beleuchtet. Es ist dies die Antwort auf die Frage an den Lehrer Roger
Greisch, wie er als Künstler seine jungen Schüler zu erreichen wusste:
„Ich habe die Kinder so unterrichtet, wie ich gerne unterrichtet worden
wäre. Ich habe sie das gelehrt, was ich als Kind gerne gewusst hätte.“